V. SCHRITT AUF DEM EDLEN ACHTFACHEN PFAD RECHTER LEBENSERWERB / BERUF – samma ajiva Woche: 31.08.-06.09.2020

Die meiste Zeit unseres Tages nimmt der Beruf in Anspruch. Frauen mit Kindern sind ausgefüllt mit der Arbeit der Versorgung und der Betreuung  ihrer Familie. Oft pflegen sie auch hilfsbedürftige Eltern oder Familienglieder. Je anspruchsvoller die Arbeiten sind, körperlich und seelisch, umso wichtiger ist ein echter Ausgleich. Der Mensch braucht Kraftquellen, Ressourcen, um seine Aufgaben erfüllen zu können, ohne selbst dabei zugrunde zu gehen. – Meditationsmethoden und Yoga bieten Mittel an, abzuschalten und zur eigenen inneren Kraft zu finden.

Zunächst betrachten wir, wie wir Menschen alle gegenseitig von unseren Berufen abhängig sind. Wir tun etwas, was für andere wichtig ist – und sie tun wiederum etwas, das für uns gut und wichtig ist. Die Frühstücksmeditation kann uns diesen Austausch, die Abhängigkeit und Gemeinsamkeit deutlich vor Augen führen.

FRÜHSTÜCKS-MEDITATION

Komme auf einem ruhigen Platz  zu dir. – Atme bewusst ein und aus. –

Erinnere dich an dein letztes Frühstück (deine letzte Mahlzeit).-

Lasse den Raum, den Platz, den Tisch mit allem was darauf ist, vor deine Augen kommen. Alles hat Farbe, Form und eine Bedeutung für deine Art zu essen.

Betrachte die Nahrungsmittel, die du verzehrst und werde dir bewusst, welchen langen Weg sie von der Ernte, Herstellung und dem Transport bis zu dir hin durchlaufen? Wie viele Menschen daran arbeiten? – Dann schau dir das Besteck, den Teller, das Mobiliar, die Wasserleitung und die elektrischen Geräte an – das wurde alles einmal erfunden und von der primitivsten  Form  bis zur jetzigen entwickelt. Wer war alles daran beteiligt?

Sieh dir deine Welt auf dieser Erdkugel an  –  alle Lebewesen stehen mit dir irgendwie in Verbindung; mit ihrem Tun, mit ihrer Art.  – Was du tust und wie du lebst, hat Einfluss auf sie, die anderen in der Welt. – Du wirkst mit in dieser Welt und wirst getragen von ihr. Als Teil vom Ganzen steht Dir auch ein Teil der Verantwortung zu. 

Dankbar zu sein für das, was du bekommst, und dankbar zu sein für das, was du geben kannst – das gibt deinem Dasein Wert und Sinn.

Stell dir vor, du umarmst alle Lebewesen auf dieser Erde und tust ihnen Gutes. – 

Die FRÜHSTÜCKS-MEDITATION kannst Du im Buch auf Seite 148 / 149 lesen.

YOGA – DIE HELDEN

In breiter Grätsche aufrecht stehen – ruhig bewusst atmen.

Langsam beide Arme auf Schulterhöhe seitlich heben und weit ausbreiten.

Den rechten Fuß nach rechts drehen und das rechte Knie beugen – Blick nach rechts. Symbolisch schaust du in deine Zukunft – voll Kraft und Zuversicht!

Dann wendest du den Kopf und schaust zurück zur linken Hand – symbolisch zur Vergangenheit – und lässt sie los!

Du kommst mit dem Gesicht in die Mitte und wirst dir der vier Energien bewusst, die deine Lebenskraft ausmachen: Energie von der Erde, Energie vom Himmel, die Energie deiner lebendigen Organe und die Energie deines Bewusstseins. Gut verbunden mit ihnen, stehen sie dir auch gut zur Verfügung.  

Strecke deine Beine, drehe den linken Fuß nach links, beuge das linke Knie und wiederhole die Übung nach dieser Seite.

Zum Schluss beuge dich aus der Mitte vor, lass  Schultern und Kopf hängen, schüttele sie  – entspann dich!

Wirkung: die Anspannung der Muskeln gibt dir körperliche Kraft – das Bewusstsein  der vier Energien gibt dir innere Kraft. 

(Die Heldin im Buch „Sampada Yoga“ nachlesen.)

BUDDHA – LEHRE

Fünfter Schritt: Rechter Lebenserwerb

Es wird in der Lehre klar gesagt, dass man Berufe, die mit der ethischen Einstellung nicht übereinstimmen, nicht wählen sollte. Die fünf Sila zeigen deutlich, welche Berufe das sind. (Buch „Licht auf Deinem Weg“ Seite 141 – 143).

Was kannst du in deinem Beruf beachten, um deine innere spirituelle Einstellung zu erhalten?

1. Achtsam ruhig an den Arbeitsplatz gehen.

2. Freundlich gegen Kolleginnen, Mitarbeiter, Kunden, Vorgesetzten sein.  

3. Sorge für sich selbst: Arbeit und Ruhepausen in Balance bringen.

4. Zeit für Gemeinschaft; gerne helfen – sich nicht ausbeuten lassen. 

Wichtig ist es, herauszufinden, wie man weitere spirituelle Momente in den Beruf einbringen kann.  Da können dich zwei Leitworte gut durch den Arbeitstag begleiten: z.B. „ruhig und froh“ – „ mutig und leicht“ – „lass mal los!“ – „perfekt ist niemand“ –„achtsam ja –aber locker“- „freundlich kostet nichts – bringt viel“ – „einatmen und lächeln – ausatmen und lächeln“  …     (Bei Thich Nhat Hanh findest du viele schöne Beispiele).

Autorisierte: Erfinde passende Worte für ein Kind und welche für deine Freunde!

DIE MEDITATIVE ZIGARETTENPAUSE / DREI- MINUTEN-MEDITATION

Wie oft geht ein Raucher hinaus? Wie viele Minuten braucht er für eine Zigarette? 

Niemand sollte wegen der 3-Min-Medi ein schlechtes Gewissen haben – selbst dreimal am Tag! In dieser kurzen Meditation befasst du dich pro Minute mit einem Thema. In der ersten Minute heißt es: Zu dir selbst kommen. In der zweiten Minute zählst du deine Atemzüge. In der dritten Minute spürst du das Atmen im ganzen Körper.


PRAXIS

Ein ruhiger Platz im Sitzen oder im Stehen. Leg deine Armbanduhr oder dein Handy vor dich hin.  

Lass deinen Blick entspannt auf deiner Uhr liegen. Bei der vollen Stunde fragst du dich: 

„wie geht es mir?“ Du schaust was dein Körper dazu sagt? Was im Augenblick an Gefühlen auftaucht? Was in deinem Kopf vorgeht? 

Am Ende der Minute stellst du dich auf das Atmen ein und lässt etwa 15 Sekunden verstreichen.

Dann zählst du deine Atemzüge eine Minute lang. Wie viele sind es?

In der dritten Minute spürst du, wie der Atem deinen Körper innerlich bewegt.

„Dem Atem Raum geben“, heißt es da.  

Die Drei-Minuten-Meditation kannst du überall dort einsetzen, wo du warten musst.  Es fällt nicht auf, weil du mit offenen Augen ja nur auf eine Stelle schaust.  Wenn du das öfter geübt hast, brauchst du wahrscheinlich keine Uhr mehr, um eine Minute für ein Thema einzuschätzen. 

Das regelmäßige Üben mehrmals am Tag ist ein kaum zu überbietender Anti-Stress-Faktor. 

METTA  MIT  SEGEN   –  Asinsana

In manchen Klöstern in Sri Lanka ist es üblich, dass der Mönch nach der Puja (Vollmondfeier) den Laien ein Segensband um das Handgelenk bindet. Dabei spricht er die Segensformel:

Sabittiyo vivajantu              – möge alles Unheil von dir abgewendet werden –

Sabbarogo vinassatu         – mögen alle Krankheiten geheilt werden –

Ma te bhaqvatvantarayo    – möge dich keine Gefahr treffen –

Sukhi dighayuko bhava     – mögest du lange und in Frieden leben – 

Fühle dich wirklich angesprochen – und sage es in der Ich-Form dir selber:

„Möge alles Unheil von mir abgewendet werden – mögen alle Krankheiten geheilt werden – möge mich keine Gefahr treffen – möge ich lange und in Frieden leben.“

Dann schicke den Segen weiter an andere Personen.

Mögest du, liebe – r (Name)  … 

Am Ende: Mögen alle Wesen frei sein von Unheil, Krankheit und Gefahr –

Mögen alle Wesen lange und in Frieden leben.

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