Der Buddha im Alltag

Liebe Freundinnen und Freunde,

Der Buddha im Alltag – was hat er dort verloren?

Sollten wir ihn nicht schön in einem Tempel sitzen lassen?

Wenn wir es ernst meinen mit unserem buddhistischen Weg, müssen wir aufpassen,
dass der Buddha uns im Alltag nicht verloren geht.

Wie viele Leute sitzen regelmäßig jeden Tag auf dem Meditationskissen?

Ist das die einzige Praxis, die der Buddha angibt?

Sicher ist es gut, sich eine Zeit der Ruhe zu verschaffen, die sich im Fühlen
und Handeln positiv ausdrückt – aber der Tag ist lang und viel muss erledigt
werden.

Buddhastatuen sind nicht zum Herumschleppen gedacht. (Kleine Anhänger oder
Segensbändchen können einen aber begleiten)

Kurze Besinnungsstops zum Aufatmen bringen einen wenigstens für Minuten aus dem
Stressgetriebe heraus – für länger reicht es meistens nicht.

Wenn wir den Buddha selbst nicht herumtragen wollen – das Wichtigste von ihm
können wir jederzeit bei uns haben: Seine Worte!

Versuchen wir bei vielen Gelegenheiten seine Stimme zu vernehmen!

Wir haben doch schon so viel aus seiner Lehre gehört und gelesen – da sollte
doch etwas hängen geblieben sein!

Nehmen wir an; da ist etwas, was wir unbedingt haben wollen.

Vielleicht hören wir den Buddha sagen:

„Pass auf, dass Du nicht gierig wirst! Hast Du nicht schon zu viele Dinge, die

Du nicht brauchst?

Du weißt doch, dass Gier Probleme schafft – hast Du davon nicht genug?“

Den Preis zahlst Du nicht nur mit Deinem Geld, sondern auch mit Ruhe und

Wertschätzung in Deinem Gemüt.“

Wenn wir es dann fertig bringen, den Einkauf gut zu überdenken, und uns von dem
erwünschten Objekt abzuwenden – dann haben wir den Kampf gegen die Gier
gewonnen.

Nehmen wir an; da ist jemand, der uns beleidigend kritisiert.

Wut übermannt uns.

Was sagt der Buddha dazu:

„Pass auf, dass Du den Hass nicht noch mehr fütterst!

Willst Du die Schmerzen in den Schultern und im Rücken verstärken?

Merkst Du nicht wie Herz und Magen rebellieren?

Alle Deine Organe bitten: Halt ein!

Dein armer Geist ist verklebt – aber ein bisschen kann noch denken

Nutze den vernünftigen Gedanken!!!.

„LOSLASSEN – AUF DEN BODEN KOMMEN“!

Konzentriere Dich auf das Hier und Jetzt – darauf, wie Deine Füße auf dem Boden
ankommen. „Hier stehe ich jetzt – auf der Erde.“

Wenn Du Deine Füße auf dem Boden fühlst – dann kannst Du den Ärger loslassen;
oder hast es bereits getan.

Lass dem Ärgerer seine eigenen Ärger – vergiss ihn!

Falls Du ein Fortgeschrittener auf dem buddhistischen Weg bist, kannst Du sicher
Mitgefühl mit Deinem Widersacher aufbringen.

Da sind Worte angebracht wie:

„Mögest Du Ruhe finden!

Mögest Du einen guten Weg gehen!“

Erinnern wir uns an die Lehre:

Gier wird durch Besitz nicht gestillt.

Hass wird durch Feindschaft nicht überwunden.

Beides bringt nur Leid, uns und anderen.

Liebe Freundinnen und Freunde im Dhamma,

Lassen wir Gier und Hass weit hinter uns und freuen uns

an dem wunderschönen Herbst.

Eure Ursula

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