Liebe Freundinnen und Freunde auf dem Weg!
Der goldene Oktober ist bald zu Ende mit Sonne, frischem Wind und bunten fallenden Blättern – ein schöner Übergang zu winterlicher Kälte und Kahlheit. Die Veränderung der Natur hautnah spüren und die Reaktionen auf einen selbst und die Umwelt wahrnehmen heißt meiner Meinung nach wirklich zu leben.
In den Dhammapada Versen 21 bis 32 wird dargelegt, wie ein lebendiges Dasein aussehen kann im Vergleich zu einem „toten“ (sinnlosen). Das Paliwort „pamada“ wird mit „ schlaff, träge, sinnlos, tot“ übersetzt – mit „appamada“ wird Wachsamkeit und lebendige Offenheit bezeichnet. Wachsamkeit zieht sich durch die gesamte buddhistische Lehre. Sie ist der bekannten Achtsamkeit ähnlich. Während sich die Achtsamkeit auf spezielle Dinge, Umstände und Verfahren richtet, öffnet sich die Wachsamkeit mit Geist und Herz und lässt die Dinge bewusst an sich herankommen. Es liegt interessierte Aufmerksamkeit darin, die zum Erforschen anregt und Freude macht, wenn neue Möglichkeit eigener Sicht entdeckt werden.
Wir gehen an den Dingen unseres gewohnten Lebens meistens achtlos vorbei, weil wir ein Ziel im Kopf haben oder auf unser Handy schauen. Es entgehen uns die vielen Möglichkeiten selbst kreativ zu sein, weil wir uns von anderen Menschen mit ausgeklügelten Geschichten und Sensationen und versteckter Werbung unser Gehirn vollstopfen lassen. Wir brauchen nur noch Ja oder Nein zum Dargebotenen zu sagen, während wir bequem mit dem Handy vor dem Fernseher in unserer Sofaecke liegen.
Liegt mein Lebenssinn wirklich darin?
Was ist mit Selbstwert, Selbstbestimmung, freudigem freien Tun?
Vielleicht sollte man mal die eigenen Fähigkeiten und Vorlieben durchforschen außerhalb oder innerhalb des eigenen Berufes und Ausbildungen? Als Rentnerin, Rentner hat man die nötige Zeit dafür; als Berufstätiger muss man sich Lücken schaffen. Entspannung findet man nicht nur im Nichts-Tun und im Bemühen, die Gedanken zur Ruhe zu bringen – es geht um die kostbare Zeit des begrenzten Lebens und da gilt es, dieses Lebens-Angebot mit eigenen Ideen und Werten, es zu einem wertvollen „Ereignis“ zu machen. Ich nenne es meine Entdeckung, die momentan „Wachsamkeit“ heißt.
Stumpf und schläfrig halten wir für entspannt und werden mit dem Altern immer unzufriedener. Ich habe mit meinen 98 Jahren die Wachsamkeit neu entdeckt, weil ich das Leben um mich herum erforsche. Z.B. die Veränderung an dem Ahorn mit Eichhörnchen vor meinem Fenster oder an den Nachbarn, wenn man sie anlächelt und nach ihrer Gesundheit fragt. Besonders trifft mich die Entwicklung meiner Urenkel und regt mich zu großem Staunen an über den wachen Lebensdrang der Kleinsten auf unserer Welt.
Meine Wünsche für Euch sind ein wachsames, liebevolles Herz und einen wachsamen klaren Geist!
Eure alte Ursula
Mein Programm 2026:
Sonntag 22. Nov. 2026 von 10 – 12 Uhr Thema „Augen-Öffnungs-Zeremonie“ im BZ Wien. Bitte weiß gekleidet seinen Hausbuddha mitbringen, um ihn wach zu machen.
Programm 2027
Scheibbs: 1.2. – 7.2. / 29.3. – 4.4. /22.7. – 31.7. / 1.11. – 7.11.//
BRD Kreuzau:16.1. – 17.1. /7.8. – 8.8.//
BRD: Chiemgau 1.3. -7.3./ (Pilates 7.3. – 10.3.) / OÖ. Kleebauerhof 9.6. – 13. 6.//
Vielen Dank für diese schönen, einfachen, tiefen Worte. Und diese besondere Beschreibung eines sinn-vollen Lebens.
Danke
Liebe Ursula,
danke, dass du mich zum nachdenken gebracht hast. Deine weisen Worte berühren mich immer zu. Wachsamkeit ins Leben holen und sich daran nähren und erfreuen, das Leben will erlebt nicht nur irgendwie gelebt werden. Das freut den Geist und macht mich froh, von dir zu hören sowieso!
Liebe Grüße!
Eva
Liebe Ursula,
danke für diesen inspirierenden Text. Danke, dass du mich erinnerst, wie schön das Leben doch ist, wenn man sich ihm nur öffnet. Alles Liebe aus dem herbstlichen Burgenland! Kathie
Liebe Ursula,
Du warst meine erste Yoga- und Achtsamkeitslehrerin vor sehr langer Zeit – ich bin 76 Jahre alt – einfach nur „eine tiefe Verneigung und Danke für alles“
Monika
Vielen Dank liebe Ursula für diese inspirierenden Worte – ich freue mich auf den 22. 11.
Liebe Ursula,
auch wenn ich schon länger nicht mehr bei dir in der Lehre war und das Meditieren im Alltag auch viel zu kurz kommt – deine immer lebendigen und auf deine einfache Art weisen Texte holen mich für einen Moment aus meinem Alltag heraus und erwärmen mein Herz.
Herzliche Grüße
Bojan
Liebe Ursula, ich übe gerade meine Wachsamkeit beim Wandern in Sizilien, es gibt so viele Naturschönheiten, die wir täglich sehr genießen. Deine Worte sind so inspirierend und ermuntern mich meinen Weg mit dir weiterzugehen und mich am Leben zu erfreuen. Der Kleebauerhof ist für 2027 schon geplant. Alles Liebe sendet dir Vera
Von ganzem Herzen Dankeschön für deine berührenden Worte die sooo viel Menschen sanft berühren.
Ich hätte da noch eine Frage bezüglich 22. November. Ist es notwendig sich anzumelden wenn ja wo ?
Ist mit BZ Wien Fleischmarkt 16 gemeint?
Ich komm von der Steiermark und würde gerne kommen daher meine Rückfragen.
Mit liebevollen Metta Grüße, Suzanne & Hund